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Fuji X 100s

Seit einigen Wochen habe ich nun die Fuji X 100s. Es ist jetzt nicht so, dass ich keine Kamera hätte. Punkt. Diesen Satz kann man so stehen lassen.

Ich wohne nun seit gut zwölf Jahren hier in der Gegend und bin nicht einmal mit dem Schluff – eine historische Eisenbahn, die zwischen St. Tönis und Krefeld – Hülser Berg pendelt – gefahren. Am Wochenende war es nun soweit. Ein idealer Zeitpunkt, die Fuji X 100s mitzunehmen.

Eigentlich brauche ich keine Begründung, warum nun schon wieder eine weitere her musste, möchte sie aber doch kurz einfügen. Seit einiger Zeit stört es mich schon, wenn man „nur so“ durch die Straßen ziehen und etwas knipsen will, ständig die SLR mit mindestens 1-2 Objektiven durch die Gegend zu schleppen. Auch wenn man sich z.B. auf das 50mm-Objektiv reduziert, so ist es immer noch ein ganz schöner Klotz, den man so ständig mitnimmt und der zudem nicht gerade unauffällig ist. Sicherlich ist das iPhone eine sehr gute Wahl für „ständig dabei“, allerdings stößt man hiermit auch in manchen Situationen an die Grenzen.

Es sollte also eine Kamera her, die ohne Weiteres in eine (Jacken-)Tasche passt und trotzdem leistungsstark ist. Des Weiteren wollte ich mich „reduzieren“ und mir keine Gedanken über Objektive und Sonstiges machen. Vor einiger Zeit habe ich einen ganzen Tag die Olympus OM-D in der Hand gehabt. Wirklich eine saugute Kamera und ein superschneller Autofokus. Bei der OM-D lassen sich die Objektive wechseln, was generell sicherlich ein Vorteil ist. Allerdings passt die Kamera dann nicht mehr mal eben in eine kleine Tasche, Jackentasche oder ähnliches und außerdem würde ich dann Gefahr laufen, mir wieder einen ganzen Fuhrpark an Linsen zu kaufen.

Die Fuji X 100s

Ziemlich schnell fiel meine Wahl auf die Fuji X 100s. Ich hatte schon länger die Fuji X 100 ins Auge gefasst, sodass mit dem leicht verbesserten Nachfolger die Qual der Wahl nicht wirklich eine war. Ich möchte nicht auf alle technischen Details eingehen, die lassen sich auf den diversen Produktseiten nachlesen. Für mich waren die folgenden Daten wichtig.
Fuji X 100s

Lichtstarkes Objektiv

Die X100s ist mit einem festverbautem 23mm f/2.0 Objektiv ausgestattet. Umgerechnet auf Kleinbild sind das 35mm und somit ideal für unterwegs. Die Blende wird über den Blendenring am Objektiv eingestellt, wie es bei den früheren Kameras so üblich war – sehr stylisch. Und die Blende 2.0 ist durchaus ernst gemeint. Ich habe selten ein Objektiv erlebt, wo man die maximale Blendenöffnung wirklich verwenden konnte, sodass ich stets ein bis zwei 1/3-Blenden abblenden musste. Das geht hier aber ohne Probleme.

ISO-Leistung

Nominal geht die ISO-Leistung bis 6400 und das ist für die Größe schon echt klasse. In meinen kleinen Tests sind 3200 in jedem Fall locker möglich, darüber hinaus hilft dann die Rauschunterdrückung von Lightroom. Es gibt auch einen Blitz für die X 100s, den ich aber selbst nicht benutzen werde.

Autofokus

Beim Vorgänger – die Fuji X 100 – wurde die Geschwindigkeit des Autofokus bemängelt. Hier haben sie bei Fuji noch einmal ordentlich verbessert. Der AF der X 100s reicht zwar nicht an die Geschwindigkeit der Olympus OM-D heran, ist in meinen aber Augen ausreichend. Für Sportaufnahmen oder schnelle Bewegungen ist er dann aber doch etwas zu träge. Die Kamera ist mit zwei AF-Modi ausgestattet: AF-S für die einzelne Fokussierung und dem AF-C-Modus, bei dem der Autofokus bei sich bewegenden Motiven ständig nachzieht. Des Weiteren kann man den Autofokus komplett abschalten und über den Objektivring manuell fokussieren. Sehr cool.

Fuji X 100S BackSucher & Display

Der Sucher hat mit einer optischen und einer digitalen Variante zwei verschiedene Modi. Der digitale Sucher und das Display ist im Moment so das beste, was ich bisher in der Größe gesehen habe. Den optischen Sucher nehme ich eigentlich nur in extremen Lichtsituationen, wo der digitale „zu“ macht. Ansonsten lassen sich die gewohnten Daten konfigurativ ins Display schalten. Darunter ist auch ein künstlicher Horizont, was für mich als notorischen Schiefhalter extrem vorteilhaft. Wie auch bei der OM-D lässt sich ein Augensensor aktivieren. Dabei schaltet sich das hintere Display automatisch ab und der Sucher an, sobald das Auge an den Sucher gehalten wird.

Menues, Quick Menu und Handlichkeit

Ich muss zugeben, dass ich am Anfang so meine Probleme mit der Menuesteuerung hatte. Die Kamera ist nun mal kleiner als eine SLR und mit meinen grobmotorischen Grabschern war das schon eine Fummelei. Mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt und es funktioniert ganz gut. Enorm hilfreich finde ich dabei das sogenannte Quickmenue. Hier lassen sich bis zu drei Presets ablegen, indem man ISO, Filmsimulation, Format, Weissabgleich, etc. ablegen kann. Die einzelnen Punkte lassen sich dann schnell verändern. Des Weiteren hat die Kamera eine frei konfigurierbare Funktionstaste, wo bei mir im Moment die Abblendfunktion eingestellt ist.

Filmsimulationen und Manipulationen

Die Kamera verfügt weiter über verschiedene Filmsimulationen. Klasse finde ich hier die Schwarzweiss-Filme. Die Einstellung wirkt sich natürlich nur auf JPGs aus. Im Moment nehme ich JPG und gleichzeitig RAW auf. Zudem gibt es noch eingebaute (Hipster-)Funktionen, wie eine Lochkamera und (jetzt kommt’s) Color Key (Wer macht denn sowas?). Interessanter finde ich allerdings den eingebauten ND-Filter, der 3 Stops wegnimmt. Bei hellen Lichtsituationen sicherlich von Vorteil. Allerdings habe ich den noch nicht eingesetzt.

Panoramamodus und Video

Wirklich cool ist der Panorama-Modus. Hierbei kann man zwischen 120 und 180 Grad-Aufnahmen wählen. Dabei ist bei gedrücktem Auslöser lediglich die Kamera zu verschwenken, wie man es vielleicht vom Smartphone kennt.

Ich bin nicht wirklich ein Freund von Videos, aber das, was ich bisher an Videoaufnahmen der Fuji gesehen habe, war mehr als ordentlich.
Fuji X 100s Zeit

Zeit-/Blendenautomatik und -kombinationen

Die X100s verfügt über eine Voll- und Halbautomatik für Zeit und Blende, hat aber keine „Programme“ für Portraits, Sport, o.ä., wie man es von Consumerkameras kennt. Grundsätzlich ist die Zeit zwischen 1/4000 – Bulb (also solange man den Auslöser drückt) und die Blende zwischen 2-16 wählbar. Etwas merkwürdig finde ich allerdings, dass die Zeit-/Blendenkombination nicht frei einstellbar ist. So ist 1/4000 erst ab Blende 8 und 1/2000 erst ab Blende 4 verwendbar. Warum das so ist, weiss ich leider nicht.

Zubehör

Schick ist jedem Fall die Ledertasche. Einen Akku habe ich von einem Fremdhersteller, der auch nur 1/10 des Originals kostet. Bisher habe ich damit absolut keine Probleme. Es gibt auch diverse Konverter, Gegenlichtblenden, usw. Das würde allerdings wieder auf die Größe der Kamera gehen. Echt nervig ist der beiligende Gurt, der so kurz ist, dass man sich gerne damit strangulieren will. Der Gurt der Tasche ist leider nicht länger. Hier suche ich noch nach Alternativen.

Fazit

Wie man vielleicht schon erkannt hat, bin ich von dem kleinen Ding echt begeistert und werde sie nicht mehr hergeben. Sie ist ein idealer Begleiter für unterwegs und genügt auch höheren Ansprüchen. Hoch ist allerdings auch der Preis. Das vielleicht einzige Manko.

Hier noch ein paar Schnappis von der Fahrt. Letzteres ist out-of-cam mit einer S/W-Filmsimulation und lediglich in der Größe skaliert.

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Mein mittlerweile langjähriger Weggefährte Christoph war auf der Suche nach einer kleinen, transportablen Fototasche. Ein Unterfangen, was sich fast wie der Schuhkauf von Frauen bei Zalando herausstellte. Nach vorausgegangen Diskussionen stellte sich auch in diesem Fall heraus: DIE eine Fototasche gibt es nicht. Vielmehr gibt es Taschen, die für verschiedene Einsatzgebiete besser geeignet sind. Hier lag der Fokus eben auf klein und transportabel.

In seiner engeren Auswahl waren:

 Fototaschen

Zu welcher Entscheidung Christoph gekommen ist, erfahrt Ihr auf seinem Blog im Fototaschenvergleich.

Lange habe ich mit mir gerungen – Lohnt sich der Umstieg vom Nikon 85mm 1:1.8D auf den Nachfolger Nikon 85mm 1:1.8G?

Durch einen glücklichen Zufall kam ich nun relativ günstig an das Nachfolgemodell, was mir die Möglichkeit gibt, beide Linsen mal -rein subjektiv- miteinander zu vergleichen. Dabei werde ich allerdings keine Test-Charts abknipsen und irgendwelche hochwissenschaftlichen Tests in der Sahara und am Nordpol durchführen. Das überlasse ich den Experten aus den diversen Foren.

Eine weitere Frage, ob das 1:1.4G einen Preisunterschied von mehr als 1000€ rechtfertigt, hat Paddy bereits in seiner Blogpost beantwortet. Da ich dieses Objektiv nicht besitze, nehme ich sein Statement (wie so oft) als gegeben hin.

Kommen wir zuerst zu den nüchternen Spezifikationen:

Nikon 85mm 1:1.8D

Nikon 85mm 1:1.8D

  • Maximale Blende: f/1.8
  • Minimale Blende: f/16
  • Optischer Aufbau Linsen/Glieder: 6/6
  • Minimalabstand: 85cm
  • Gewicht: 380g
  • Filterdurchmesser: 62mm
Nikon 85mm 1:1.8G

Nikon 85mm 1:1.8G

  • Maximale Blende: f/1.8
  • Minimale Blende: f/16
  • Optischer Aufbau: 9 Linsen in 9 Gruppen
  • Minimalabstand: 80cm
  • Gewicht: 350g
  • Filterdurchmesser: 67mm
  • SWM – Silent Wave Motor

Von den reinen Specs besitzt das G-Modell also mehr Linsen/-gruppen und hat einen größeren Filterdurchmesser. Zudem ist es etwas leichter, was man tatsächlich spürt. Das D-Modell hat zwar mehr Blendenlamellen (9) als das 1:1.8G (7), allerdings wirkt die Blendenöffnung etwas „runder“. Insgesamt ist das G-Modell auch etwas größer: so ca. einen Objektivrückdeckel.

Durch den eigenen AF-Motor, welches das G-Modell besitzt, ist die Linse auch an den Modellen D3200 und D5100 verwendbar. Grundsätzlich ist das auch beim D-Modell der Fall, aber eben ohne Autofokus.

Autofokus ist ein gutes Stichwort: Als erstes fiel mir auf, dass der AF des 1:1,8G relativ langsam ist – vielleicht sogar langsamer als der des 1:1,8D. Ich habe es nicht gemessen, aber diese -wieder rein subjektive- Empfindung kann auch daran liegen, dass der AF-Motor des D-Modells deutlich spür- und hörbarer ist und man so ein direktes „feedback“ hat, wenn der Autofokus sitzt.

Für beide Modelle musste ich in meinem Fall die AF-Justierung der D700 bemühen, da die defaults für mich kein zufriedenstellendes Ergebnis ergaben. Zur Einmessung verwende ich meist den Fokus-Detektor von Traumflieger. Es gibt hierfür auch fertige Modelle von Spyder, u.ä., aber mir reicht das Basteldings. (Memo an mich selbst: Vielleicht sollte ich aber auch einfach mal aufhören,  ständig in jede Aufnahme bis zum Anschlag hinein zu zoomen.)

Dem 1:1,8G wird nachgesagt, dass es durch seine asphärischen Linsen die Bildung von Lens Flares verringern bzw. vermeiden soll. Eigentlich mag ich Lens Flare, aber aufgrund des derzeit fehlenden Sonnenscheins kann ich Gegenlichtsituationen in diesem Test ohnehin nicht berücksichtigen. Dazu vielleicht später mal mehr, wenn sich endlich mal wieder der Lorenz zeigt.

Kommen wir aber zu den Bildern. Nachfolgend mal zwei Testaufnahmen, für die die „Test-Schantalle“ des Hauses buchstäblich den Kopf hinhalten musste. Die Bilder sind in keinster Weise bearbeitet und erheben keinen künstlerischen Anspruch. Die Belichtungseinstellungen sind jeweils gleich (Blende 2,2, Zeit 1/1250s, ISO 400). Auch wurden keine Profilkorrekturen vorgenommen. Fokussiert wurde aus Kamerasicht auf das rechte Auge.

Nikon 85mm 1:1,8G Portrait

Nikon 85mm 1:1,8G

Nikon 85mm 1:1,8D Portrait

Nikon 85mm 1:1,8D

 

 

 

 

 

 

 

Für meine Begriffe ist das 1:1,8G einen Tick kontrastreicher und etwas „wärmer“ in der Wiedergabe.

Für die Schärfefetischisten hier noch mal ein Crop des Fokuspunkts:

Nikon 85mm 1:1,8G Crop

Nikon 85mm 1:1,8G

Nikon 85mm 1:1,8D Crop

Nikon 85mm 1:1,8D

 

 

 

 

 

 

 

Hier zeigt sich für mich der größte Unterschied. Allerdings, wie schon oben erwähnt, habe ich für beide Objektive eine AF-Justierung vorgenommen und ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob dies nicht die Ursache für den Unterschied ist oder ob es wirklich am Objektiv liegt. Das werde ich bei Zeit mal erforschen.

Insgesamt zeigt sich wieder, dass der Vorgänger nicht unbedingt sofort kaputt ist, sobald ein Nachfolgemodell erscheint. Aus anderen Quellen habe ich aber bereits schon gehört, dass die D-Modelle generell an der D800 merkwürdige Resultate hinsichtlich Schärfe liefern. Ob das nun an der Kamera, welche derzeit anscheinend noch generell Probleme hat, oder am Objektiv liegt, kann ich nicht bewerten, da ich den Body nicht besitze. Für die, die schon auf die mögliche D600 schielen, ist das G-Modell sowieso die richtige Wahl, da sie wahrscheinlich wie die D3200 und D5100 keinen eigenen AF-Motor besitzt.

Ich werde das 1.8G auch auf jeden Fall behalten. Weitere Aufnahmen werden demnächst folgen.