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Schwarzweißfilm-Negativ-Entwicklung – Meine Vorgehensweise

Rolleiflex 3.5fSeit einiger Zeit beschäftige ich mich nun (wieder) mit der analogen Fotografie und dabei auch mit der Schwarzweißfilm-Entwicklung. Mir gefällt der Umstand, sich im Vorfeld auf ein Bild einzulassen und zu komponieren, ohne es einfach auszuprobieren und auf dem Display zu bewerten, wie es im Digitalen möglich ist. Man hat begrenztes Filmmaterial, muss sich über Licht und Wirkung im Vorfeld Gedanken machen, auch wenn es bedeutet, erst bei der Entwicklung festzustellen, ob das Ergebnis auch den Erwartungen entspricht.

Ich möchte hier mein Vorgehen und meine Erfahrungen zur Schwarzweißfilm-Negativ-Entwicklung zusammentragen. Gerne nehme ich auch Eure Erfahrungen hier mit auf, so daß im Laufe der Zeit ein nettes Kompendium entsteht.

In dieser Beschreibung beschränke ich mich auf 120er Rollfilm, da es das Hauptformat ist, mit dem ich arbeite. Die einzelnen Schritte und Materialien lassen sich aber auch problemlos auf einen 135er Kleinbildfilm anwenden.

Für eine eigene Schwarzweißfilm-Entwicklung bedarf es eigentlich nicht viel. Die initialen Anschaffungskosten belaufen sich auf ca. 75-150 Euro. Und gleich zu Anfang breche ich schon mit dem Analogen: Um die Zeiten und Mischungsverhältnisse zu bestimmen, bediene ich mich der Massive Dev Chart-App von DigitalTruth. Darin befindet sich ein riesiges Kompendium an Entwickler- und Filmtypen und deren Kombination. Wem das nicht analog genug ist, der nimmt stattdessen eine herkömmliche Stoppuhr und sucht sich die entsprechenden Entwicklungszeiten und Mischungsverhältnisse aus der Bibliothek.

Die Vorgehensweise beschreibt eine „normale“ Entwicklung. Einzelne Varianten, Push-Verfahren, Caffenol, etc. kommen ggfs. noch zu einem späteren Zeitpunkt.

Aber nicht lang schnacken… Los geht’s!

Utensilien

Für das eigene Heimlabor bedarf es ein paar Dinge. Die kriegt man im lokalen Fotogeschäft/Baumarkt/Supermarkt oder aber z.B. bei Amazon und Spürsinn.

Entwicklerdose

Jobo Unitank 1520Die Entwicklerdose – oder besser: Entwicklertank – dient zur Aufnahme des zu entwickelnden Films und der verwendeten Chemikalien. Ich empfehle hier uneingeschränkt den Jobo Uni Tank 1520. Er eignet sich für 135er KB- und Rollfilme und kann bis zu zwei Filme gleichzeitig aufnehmen. Zudem lässt sich das System durch das Modul 1530 erweitern, um das Volumen zu verdoppeln.

Wechselsack

Vorab: Das Entnehmen des Films und Einsetzen in den Entwicklertank muss bei absoluter Dunkelheit geschehen. Dunkelheit zeichnet sich durch die Abwesenheit von Licht aus. Ein nicht entwickelter Film mag kein Licht! Egal, ob es grün, rot oder sonstwie ist! 

Wer keine Dunkelkammer zur Verfügung hat, bedient sich eines Wechselsacks. Dieser hat meist zwei Reißverschlüsse und zwei lichtdichte Eingriffe, indem man – mehr oder minder blind – den Film entrollen (bzw. aus der Patrone holen) und auf die Spirale des Entwicklertanks einfädeln kann. Dies sollte man auf jeden Fall vorher bei Licht üben. Hierfür einfach einen billigen Film „opfern“. Vielleicht hat aber auch Euer Fotohändler abgelaufenes Filmmaterial günstig abzugeben.

Laborthermometer

In der Regel findet die Entwicklung eines Schwarzweißfilms bei 20 Grad Celsius statt. Die Temperatur muss nicht ganz so genau sein wie bei der Farbfilmentwicklung, so daß die Nachkommastelle nicht ganz so wichtig ist. Daher habe ich persönlich auf ein digitales Laborthermometer verzichtet und nehme stattdessen eines wie dieses hier. Wichtig ist vor allem, dass sämtliche Flüssigkeiten, mit denen das Filmmaterial in Berührung kommt, die gleiche Temperatur (20 Grad) hat.

Chemikalienflaschen (500ml)

Für das Ansetzen des Entwicklers und des Fixierers bieten sich am besten Chemikalienflaschen an. In meinem Fall sind das zwei 500ml Faltflaschen (Für den Jobo Tank werden 485ml benötigt). Der Fixierer kann mehrmals verwendet werden, sodass die Flasche auch zur Aufbewahrung dient. Auf die Flaschen am besten zwei Klebestreifen kleben und drauf schreiben, welche Flasche für was benutzt werden soll. In keinem Fall sollten alte Getränkeflaschen oder ähnliches verwendet werden, um einer Verwechslung vorzubeugen! 

Messbecher (500ml)

Zum Mischen des Entwicklers und Fixierers und fürs Wasserschöpfen sind mindestens zwei Messbecher vonnöten. Wer keine Lust hat, die Messbecher zwischendurch auszuspülen, nimmt am besten gleich drei. Einen für den Entwickler, einen für den Fixierer und einen fürs Wässern. Beim Jobo Tank am besten einen 500ml Messbecher nehmen. Und: Wir arbeiten mit Chemikalien! Bitte keine Messbecher aus der Küche verwenden!

Mensur

Für das Abmessen von Kleinstmengen (z.B. für ein Netzmittel) ist ein Mensur von Vorteil.

Trichter

Um die einzelnen Chemikalien, Mischungen, etc. umzuschütten und um dabei keine Sauerei zu veranstalten, benötigen wir ein paar Trichter. Ich habe ein Set  wie dieses hier.

Kanister

Um die verwendeten Chemikalien zu sammeln dienen bei mir zwei Reservekanister, wie man sie in jedem Baumarkt o.ä. findet (10l). Einen für den Entwickler, einen für den Fixierer. Nein, wir schütten beide Chemikalien nicht in den Lokus, sondern bringen sie zum Wertstoffhof bzw. Schadstoffsammelstelle!

Filmabstreifer

Um den Film nach dem gesamten Prozess von Wasserflecken zu befreien, hilft ein Filmabstreifer. Zur Not tut es auch ein weiches Leder, Lappen, etc. Ich habe mit dem Filmabstreifer gute Erfahrungen gemacht.

Schnur

Ich komme aus dem MacGyver-Jahrhundert. Man brauch immer ein Stück Schnur. In unserem Fall wollen wir schließlich unseren entwickelten Film zum Trocknen aufhängen.

Wäscheklammern

Um den Film zum Trocknen aufzuhängen, nehme ich immer normale Wäscheklammern. Eine, um den Film an der Schnur zu befestigen, ein bis zwei, um das Filmende zu beschweren. Es gibt auch diese schicken und teuren Filmklammern, falls Ihr das für nötig erachtet.

Eimer (10l)

Um die ganzen Mischungen anzurühren, Wässerungen durchzuführen, ist es von Vorteil, jede Menge Wasser bei gleicher Temperatur (20 Grad) parat zu haben. Ich nehme dazu immer einen herkömmlichen Eimer Wasser. Auch hier bitte wegen etwaiger Putzmittelrückstände einen separaten Eimer verwenden, der für nichts anderes verwendet wird.

Lappen

Okay, die Chemikalien, mit denen wir es zu tun haben, sind nicht gerade ätzend. Trotzdem sind es Chemikalien, die nicht gesundheitsfördernd sind und mindestens Verfärbungen verursachen. Falls ihr also mal etwas verschüttet, verwendet zügig einen Lappen, um die verschütteten Tropfen aufzunehmen.

Schere

Um den Film vom Träger zu lösen (oder beim 135er KB-Film die Patrone zu knacken) und später zum Schneiden des Negativs benötigt Ihr eine Schere. Damit Ihr den Wechselsack von innen nicht zerfasert, bietet sich eine Kinderschere mit abgerundeten Ecken an.

Stift

Zum Beschriften der Chemikalienflaschen und für Notizen während der Entwicklung benötigt Ihr einen Stift.

Uhr (oder Smartphone)

Um die Entwicklungs- und Fixierzeiten zu stoppen, benötigt Ihr natürlich eine Uhr. Sicherlich sind 5-10 Sekunden Versatz nicht schädlich, aber um reproduzierbare Ergebnisse zu produzieren, sollten die Zeiten möglichst genau eingehalten werden. Ich benutze dafür die Massive-Dev-Chart fürs iPhone. Dazu später mehr.

Pergamin- oder Kunststoffhüllen

Zur Aufbewahrung der fertigen Negative sind Pergamin- oder Kunststoffhüllen ideal. Ich verwende dabei DIN-A4-Bögen, um sie langfristig in Ordnern aufzubewahren.

Die Chemikalien

Negativentwickler

Hier gibt es Marken und Fabrikate in Hülle und Fülle. Jeder Entwickler in Kombination mit den diversen Filmmaterialien zeigt eine andere Charakteristik.

Bevor man selber mit Mischungsverhältnissen und Entwicklungszeiten experimentiert, hilft die Massive Dev Chart von digitaltruth.

Vielleicht schaffen wir es ja, an dieser Stelle einige typischen Entwickler und ihre Charakteristika zusammenzutragen. Falls Du hier bereits Erfahrungen gemacht hast, benutze doch einfach die Kommentarfunktion.

Ich habe nur Erfahrungen mit Einmalentwicklern in flüssiger Form.

Fixierer

Meines Erachtens ist Marke und Produkt des Fixierers ziemlich egal.

Auch hier empfehle ich Flüssig-Fixierer, um sich das Anrühren usw. zu ersparen. Der Fixierer kann mehrfach verwendet werden.

Optional: Netzmittel

Nicht unbedingt notwendig, unterstützt aber den Trocknungsprozess und vertreibt die Wassertropfen vom Negativ. Ich glaube auch hier ist das Produkt ziemlich egal.

Vorbereitungen

Allgemeine Vorbereitungen

Für die Entwicklung ist es ratsam, ein eigenes Plätzchen zu haben, zumindest eine feste Fläche, auf der man die Chemikalien stellen kann, etc. Ein Abfluss und fließendes Wasser sollten ebenfalls in der Nähe sein.

Ich denke, es versteht sich von selbst, dass während des Fuhrwerkens mit den Chemikalien weder gegessen noch getrunken wird. Und: Nehmt Euch Zeit. Entwickeln macht Spaß und i.d.R. habt Ihr keine Massenproduktion, wie in einem Großlabor.

Sämtliche Utensilien sollten in der Nähe bereit stehen bzw. liegen. Während des Entwickelns habt ihr keine Zeit für größere Suchaktionen.

Sofern noch nicht geschehen, hängt schon einmal die Schnur auf und legt die Wäscheklammern und den Filmabstreifer dort bereit. Z.B. im Badezimmer, Waschküche o.ä..

Vorbereitungen fürs Film einfädeln

Das Einfädeln des Films in die Spule und das Einsetzen der Spule in den Entwicklungstank muss in absoluter Dunkelheit geschehen. Das bedeutet, ihr braucht alle Utensilien im Wechselsack. Wenn der Film erst einmal abgespult oder geöffnet ist, solltet Ihr den Wechselsack nicht mehr öffnen.

In den Wechselsack gehören also:

  • Film
  • Entwicklungstank samt Deckel und Spule (auseinandergebaut)
  • Schere

Achtet darauf, dass Ihr wirklich alle Dinge im Wechselsack auch erreicht. Durch die zwei Reissverschlüsse verirrt sich auch mal etwas in den Zwischenbereich (hab ich gehört).

Wie bereits erwähnt, empfehle ich dringend einige Trockenübungen im Hellen mit altem Filmmaterial und mit geschlossenen Augen. Besonderes der Aufbau der Spule, die Lage der Führungen etc. sollte blind sitzen.

Chemikalien vorbereiten

Für die Mischungen und zum Wässern des Films benötigt Ihr viel Wasser. Ich nehme hierfür den Eimer und fülle ihn mit gut 6-7 Litern, 20 Grad warmen Leitungswasser.

Entwickler

Für den Jobo Tank 1520 benötigt Ihr insgesamt 485ml Entwicklerlösung beim 120er Rollfilm, damit der Film permanent unter Wasser bzw. Entwickler steht.

Verwendet Ihr z.B. einen Entwickler mit dem Mischungsverhältnis 1:4 bedeutet das:

97ml Entwickler + 388ml Wasser = 485ml Entwicklerlösung.

Tipp: Die Dev Chart App berechnet Euch die Mengen nach vorgeschlagenem Mischungsverhältnis.

Den fertigen Entwickler schüttet Ihr in eine der Chemikalienflaschen.

Fixierer

Für den Fixierer gilt das gleiche, wie für den Entwickler. Für den Jobo Uni Tank benötigt Ihr 485ml. Das Mischungsverhältnis findet Ihr auf der Flasche oder dem Beipackzettel.

Der fertige Fixierer kommt in die nächste Flasche. Den Fixierer könnt Ihr mehrmals verwenden.

Netzmittel

Falls Ihr ein Netzmittel verwendet, mischt es schon mal an. In der Regel braucht Ihr recht wenig Konzentrat (Mischungsverhältnis 200:1).

 

Nachdem Ihr alle Chemikalien vorbereitet habt, könnt Ihr den ersten Becher (500ml) Wasser für das Stopbad bereitstellen.

Entwickeln des Schwarzweißfilms

Film in den Entwicklertank einsetzen

Jobo TankWie schon oben geschrieben, lohnt es sich, das Einfädeln des Films in die Spule bei normalem Licht etwas zu üben.

Der 120er Rollfilm ist relativ einfach, da ein Knacken der Patrone, wie beim 135er, entfällt. Im Wechselsack entrollt man den kompletten Film, bzw. das Papier. Am Ende ist der Film mit einem Klebestreifen am Papier fixiert. Diesen Klebestreifen (Krepp) entweder vorsichtig lösen, oder aber schlicht abschneiden. Wichtig ist, dass sich keine Klebereste mehr auf dem Film befinden.

Der Film wird nun in die Führung der Spule eingefädelt. Die Richtung ist dabei genau wie auf der Filmrolle. Manchmal ist die Biegung etwas stark, sodass es in der Spule etwas hakt. Um dem Vorzubeugen, biege ich den Filmanfang leicht und vorsichtig entgegen seiner Krümmung. Nicht übertreiben, der Film darf nicht geknickt werden. Den Film transportiere ich dann mit etwas Schieben und dem gegenseitigen Drehen der beiden Filmspulenhälften ein. Dabei den Film auf der jeweils gegenseitigen Seite festhalten. Das ganze solange machen, bis der Film komplett aufgerollt ist und so die Filmrolle nicht mehr aneinander kleben kann.

Jetzt könnt Ihr die komplette Spule samt Achsrohr in die Dose einsetzen und den Einfülldeckel aufsetzen und fixieren. Dadurch kann kein Licht mehr auf den Film einwirken. Die geladene Dose könnt Ihr nun aus dem Wechselsack nehmen.

Das Entwickeln

Massive Dev Chart - Entwicklung

Hier ist ein idealer Zeitpunkt, den Kanister schon mal zu öffnen und den Trichter in den Stutzen zu stecken.

Die Entwicklerlösung füllt Ihr jetzt in die Entwicklerdose ein und schließt den zweiten Deckel. In der ersten Minute müsst Ihr die Dose langsam aber stetig hin und her kippen – so ca. eine Drehung in 2-3 Sekunden. Nach der ersten Minute kippt Ihr die Dose jede weitere volle Minute ca. 2-3 Mal. Beim Absetzen am besten die Dose etwas fester auf den Tisch aufsetzen, sodass sich Luftblasen lösen können und der Film gleichmässig benetzt wird.

Für die Zeiten nehme ich, wie gesagt, die Massive Dev-App. Sie erinnert mich daran, wann ich die Dose kippen muss und dient mir gleichzeitig als Stoppuhr.

In den letzten Sekunden der Entwicklungszeit könnt Ihr damit beginnen, den Entwickler in den dafür vorgesehenen Kanister zu kippen. Gut abtropfen lassen.

Stopbad

Mit dem Stopbad stoppt Ihr den Entwicklungsprozess und schwemmt die Reste des Entwicklers aus der Dose.

Schüttet dafür das Wasser aus dem vorbereiteten Messbecher in den Entwicklertank und schließt den Deckel. Für eine Minute kippt ihr, wie bei der Entwicklung auch, die Dose gemächlich hin und her.

Aufgrund der geringen Rest-Konzentration an Entwickler halte ich es für unbedenklich, das Stopbad in die Kanalisation zu kippen. Ich empfehle aber Rücksprache mit dem zuständigen Wasserwerk.

Fixierung

Den vorbereiteten Fixierer gebt Ihr komplett in die Entwicklerdose und schließt diese wieder. Beim Fixieren geht Ihr genauso wie beim Entwickeln vor. D.h. in der ersten Minute permanentes Kippen, danach jede volle Minute. Da Ihr den Fixierer mehrfach verwenden könnt, schüttet ihr diesen nach Ablauf der Fixierzeit zurück in die Flasche (am besten einen Strich auf den Klebestreifen machen, um die Anzahl der Fixierungen zu vermerken.) Wenn Ihr den Fixierer nicht mehr verwenden könnt, schüttet Ihr ihn in den zweiten Kanister. Aber nicht mit dem Entwickler zusammen in einen Kanister.

Wässerung

Mit der Wässerung wascht Ihr den Rest des Fixierers vom Film und aus der Dose. Dadurch macht Ihr ihn haltbarer. Für die Wässerungen mit dem Messbecher jeweils Wasser, wegen der gleichen Temperatur, aus dem Eimer schöpfen.

Ich verlasse hier den vorgeschlagenen Weg der App und verwende die sogenannte Ilford-Methode:

  • Wasser in den Tank, dreimal kippen, ausleeren
  • Wasser in den Tank, sechsmal kippen, ausleeren
  • Wasser in den Tank, zwölfmal kippen, ausleeren
  • Wasser in den Tank, 24-mal kippen, ausleeren

Wer ein Netzmittel einsetzt, kann dieses jetzt einfüllen und ca. 10mal kippen.

Trocknen

SpuleNachdem Ihr auch die letzte Fuhre Wasser aus dem Tank entleert habt, könnt Ihr den Film aus der Entwicklerdose nehmen. Dabei öffnet Ihr die Spirale, indem Ihr sie gegeneinander verdreht – nicht aus der Spule ziehen! Der Film ist im feuchten Zustand noch sehr empfindlich. Jetzt könnt Ihr den Film auf die Leine hängen und mit einer Wäscheklammer an der Schnur am oberen Teil des Films fixieren. Mit dem Filmabstreifer geht Ihr jetzt 1-2mal über den Film; gerade so fest andrücken, wie Ihr das Wasser abstreifen könnt. Zum Schluß beschwert Ihr das Ende des Films mit 1-2 Wäscheklammern.

Nun heisst es warten – mindestens 1-2 Stunden, bis die Emulsion wirklich trocken ist.

Gerne könnt Ihr den Fön nehmen und das Trocknen beschleunigen- viel Spaß beim Entfusseln! Ihr kriegt den Film zwar schneller trocken, aber schiesst damit mehr Staub auf den Film als Euch lieb ist.

Schneiden und Aufbewahrung

Nachdem der Film getrocknet ist, könnt Ihr Ihn von der Leine nehmen und schneiden. Beim Rollfilm mit 6×6 bzw. 6×7 schneide ich jeweils nach drei Bildern das Negativ. Damit passen die Streifen dann in die DINA4-Negativhüllen zur Aufbewahrung.

Scannen

Und schon wieder breche ich mit dem Analogen, da ich meine Negative ausschließlich scanne. Hierfür verwende ich einen Epson V750 mit Durchlichteinheit und die Software Silverfast. Dem V750 liegen mehrere Negativschablonen bei, sodass er verschiedene Formate aufnehmen kann. Silverfast ist auch schon dabei. Günstiger ist der Epson V700, der fast baugleich ist. Meines Wissens verzichtet der V700 auf ein entspiegeltes Glas.

Silverfast nehme ich übrigen fast nur zum Scannen. Die vielen Optionen zur Bildbearbeitung lasse ich meist links liegen – außer der Einstellung des verwendeten Films. Insbesondere die Automatik der Staubkornentfernung hat so seine Tücken. Alles weitere (vor allem Fussel wegstempeln) mache ich in Lightroom.

Zu guter Letzt: ‚tschuldigung und Huldigung

Das war’s auch schon. Wahrscheinlich sträubt es den ein oder anderen Puristen bei meinem (derzeitigen) Vorgehen. Diejenigen sind herzlich dazu eingeladen, mir wertvolle Tipps zu geben, wie ich einzelne Schritte verbessern kann. Gerne füge ich diese dann in die kleine Anleitung hier ein.

Noch ein paar Links zur eigenen Schwarzweißfilm-Negativ-Entwicklung

Spürsinn-Shophttp://www.spuersinn-shop.de/

In einem Wort: Großartig! Fast alle meine Utensilien und Filmmaterialen habe ich von dort. Neben den einzelnen Artikeln haben sie auch eine Menge Tips parat. Irrsinnig schnelle Lieferung, Kauf auf Rechnung bzw. Lastschrift. Was will man mehr?

Massive Dev Charthttp://www.digitaltruth.com/devchart.php bzw. die App: http://www.digitaltruth.com/apps/

Super App, um Entwicklungszeiten auf den eingesetzten Entwickler und Film zu bestimmen. Eine riesige Sammlung von Filmen und Entwicklern.

Anleitung von Stefan Heymannhttp://www.stefanheymann.de/foto/

Auf dieser fantastischen und umfassenden Anleitung basiert diese hier. Ich habe hier und da gekürzt und variiert.

 

 

3 Antworten an Schwarzweißfilm-Negativ-Entwicklung – Meine Vorgehensweise

  1. Stefan Schmidt 14. Mai 2013 at 11:20

    Ein schöner Artikel. Ich möchte dazu noch loswerden, dass es mir geholfen hat auf youtube videos zum Thema anzuschauen. Wenn man dort nach „film processing“ sucht wird man eine Menge dazu finden.
    Für alles was kleiner als Mittelformat ist sollen Flachbettscanner laut http://www.filmscanner.info/Filmscanner.html nicht ganz optimale Ergebnisse liefern, d.h. die Website ist der Meinung, dass fuer bspw. 35mm ein dedizierter Negativscanner das beste sei. Ich bin diesbezüglich noch unentschlossen und lasse mich diesbezüglich natürlich auch gerne eines besseren belehren.

  2. Hallo Markus, ich bin auch Jahrgang 72 und möchte Dir erstmal zu dieser schönen informativen Seite gratulieren. Sie ist schön aufgebaut und strukturiert, wie ich finde. Ich stieß auf Deine Seite, weil ich „Entwicklertank“ goggelte. Ich leistete mir vor kurzem eine Contax G2, weil ich unbedingt mit Film arbeiteten wollte, ich kannte bis jetzt nur digital… leider. Dann kam der Entschluß, warum nicht selbst die Negative zu entwickeln und nun bin ich hier gelandet. Dein Bericht über die S/W Entwicklung wird mir sehr helfen in meinem Bestreben, die Negative selber zu entwickeln.

    LG
    Thomas

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  1. Schwarzweissfilme entwickeln | rebbert.de - 13. Mai 2013

    […] S/W-Filmentwicklung […]

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