Home > Kamera

Archiv für Kamera

Nikon hat nun sein neues Schätzchen – die Nikon Df – vorgestellt. Keine Frage, sie sieht sehr schick aus und passt mit ihrem Retro-Design absolut in den Nikon Dfderzeitigen Trend.

Auch technisch hat sie durchaus etwas zu bieten. Der Sensor ist der gleiche CMOS-Vollformat-Sensor, der in der D4 verbaut ist und schafft damit 16,2 MP. Auch hinsichtlich ISO-Power hat man dadurch natürlich enorme Freiheiten, was brenzlige Lichtsituationen angeht. Auf Videofunktionen wurde verzichtet, was mich persönlich nicht stört.

Ausgeliefert wird die Df wahrscheinlich ab Ende November ausschließlich im Kit mit dem 50mm f/1.8.

Grundsätzlich macht mich die Kamera durchaus neugierig und ich würde sie gerne mal in den Händen halten. Schon lange suche ich ja nach einem würdigen Nachfolger der D700, glaube aber nicht, ob die Df das auch aufgrund des doch recht schwachen AF-Moduls aus der D600 ist.

Ein wirkliches „haben-wollen“ hat sich bisher bei mir aber noch nicht recht eingestellt. Für das Retro-Gefühl sorgen bei mir meine analogen Schätze und die Fuji X-100s, sodass für mich in erster Linie die Funktion wichtig wäre. Der knackige Preis von rund $ 3.000 tut sein übriges.

Aber, man darf gespannt sein… Schick ist sie ja.

Mehr zur Nikon Df unter http://www.nikon.de/de_DE/product/digital-cameras/slr/consumer/df

Fuji X 100s

Seit einigen Wochen habe ich nun die Fuji X 100s. Es ist jetzt nicht so, dass ich keine Kamera hätte. Punkt. Diesen Satz kann man so stehen lassen.

Ich wohne nun seit gut zwölf Jahren hier in der Gegend und bin nicht einmal mit dem Schluff – eine historische Eisenbahn, die zwischen St. Tönis und Krefeld – Hülser Berg pendelt – gefahren. Am Wochenende war es nun soweit. Ein idealer Zeitpunkt, die Fuji X 100s mitzunehmen.

Eigentlich brauche ich keine Begründung, warum nun schon wieder eine weitere her musste, möchte sie aber doch kurz einfügen. Seit einiger Zeit stört es mich schon, wenn man „nur so“ durch die Straßen ziehen und etwas knipsen will, ständig die SLR mit mindestens 1-2 Objektiven durch die Gegend zu schleppen. Auch wenn man sich z.B. auf das 50mm-Objektiv reduziert, so ist es immer noch ein ganz schöner Klotz, den man so ständig mitnimmt und der zudem nicht gerade unauffällig ist. Sicherlich ist das iPhone eine sehr gute Wahl für „ständig dabei“, allerdings stößt man hiermit auch in manchen Situationen an die Grenzen.

Es sollte also eine Kamera her, die ohne Weiteres in eine (Jacken-)Tasche passt und trotzdem leistungsstark ist. Des Weiteren wollte ich mich „reduzieren“ und mir keine Gedanken über Objektive und Sonstiges machen. Vor einiger Zeit habe ich einen ganzen Tag die Olympus OM-D in der Hand gehabt. Wirklich eine saugute Kamera und ein superschneller Autofokus. Bei der OM-D lassen sich die Objektive wechseln, was generell sicherlich ein Vorteil ist. Allerdings passt die Kamera dann nicht mehr mal eben in eine kleine Tasche, Jackentasche oder ähnliches und außerdem würde ich dann Gefahr laufen, mir wieder einen ganzen Fuhrpark an Linsen zu kaufen.

Die Fuji X 100s

Ziemlich schnell fiel meine Wahl auf die Fuji X 100s. Ich hatte schon länger die Fuji X 100 ins Auge gefasst, sodass mit dem leicht verbesserten Nachfolger die Qual der Wahl nicht wirklich eine war. Ich möchte nicht auf alle technischen Details eingehen, die lassen sich auf den diversen Produktseiten nachlesen. Für mich waren die folgenden Daten wichtig.
Fuji X 100s

Lichtstarkes Objektiv

Die X100s ist mit einem festverbautem 23mm f/2.0 Objektiv ausgestattet. Umgerechnet auf Kleinbild sind das 35mm und somit ideal für unterwegs. Die Blende wird über den Blendenring am Objektiv eingestellt, wie es bei den früheren Kameras so üblich war – sehr stylisch. Und die Blende 2.0 ist durchaus ernst gemeint. Ich habe selten ein Objektiv erlebt, wo man die maximale Blendenöffnung wirklich verwenden konnte, sodass ich stets ein bis zwei 1/3-Blenden abblenden musste. Das geht hier aber ohne Probleme.

ISO-Leistung

Nominal geht die ISO-Leistung bis 6400 und das ist für die Größe schon echt klasse. In meinen kleinen Tests sind 3200 in jedem Fall locker möglich, darüber hinaus hilft dann die Rauschunterdrückung von Lightroom. Es gibt auch einen Blitz für die X 100s, den ich aber selbst nicht benutzen werde.

Autofokus

Beim Vorgänger – die Fuji X 100 – wurde die Geschwindigkeit des Autofokus bemängelt. Hier haben sie bei Fuji noch einmal ordentlich verbessert. Der AF der X 100s reicht zwar nicht an die Geschwindigkeit der Olympus OM-D heran, ist in meinen aber Augen ausreichend. Für Sportaufnahmen oder schnelle Bewegungen ist er dann aber doch etwas zu träge. Die Kamera ist mit zwei AF-Modi ausgestattet: AF-S für die einzelne Fokussierung und dem AF-C-Modus, bei dem der Autofokus bei sich bewegenden Motiven ständig nachzieht. Des Weiteren kann man den Autofokus komplett abschalten und über den Objektivring manuell fokussieren. Sehr cool.

Fuji X 100S BackSucher & Display

Der Sucher hat mit einer optischen und einer digitalen Variante zwei verschiedene Modi. Der digitale Sucher und das Display ist im Moment so das beste, was ich bisher in der Größe gesehen habe. Den optischen Sucher nehme ich eigentlich nur in extremen Lichtsituationen, wo der digitale „zu“ macht. Ansonsten lassen sich die gewohnten Daten konfigurativ ins Display schalten. Darunter ist auch ein künstlicher Horizont, was für mich als notorischen Schiefhalter extrem vorteilhaft. Wie auch bei der OM-D lässt sich ein Augensensor aktivieren. Dabei schaltet sich das hintere Display automatisch ab und der Sucher an, sobald das Auge an den Sucher gehalten wird.

Menues, Quick Menu und Handlichkeit

Ich muss zugeben, dass ich am Anfang so meine Probleme mit der Menuesteuerung hatte. Die Kamera ist nun mal kleiner als eine SLR und mit meinen grobmotorischen Grabschern war das schon eine Fummelei. Mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt und es funktioniert ganz gut. Enorm hilfreich finde ich dabei das sogenannte Quickmenue. Hier lassen sich bis zu drei Presets ablegen, indem man ISO, Filmsimulation, Format, Weissabgleich, etc. ablegen kann. Die einzelnen Punkte lassen sich dann schnell verändern. Des Weiteren hat die Kamera eine frei konfigurierbare Funktionstaste, wo bei mir im Moment die Abblendfunktion eingestellt ist.

Filmsimulationen und Manipulationen

Die Kamera verfügt weiter über verschiedene Filmsimulationen. Klasse finde ich hier die Schwarzweiss-Filme. Die Einstellung wirkt sich natürlich nur auf JPGs aus. Im Moment nehme ich JPG und gleichzeitig RAW auf. Zudem gibt es noch eingebaute (Hipster-)Funktionen, wie eine Lochkamera und (jetzt kommt’s) Color Key (Wer macht denn sowas?). Interessanter finde ich allerdings den eingebauten ND-Filter, der 3 Stops wegnimmt. Bei hellen Lichtsituationen sicherlich von Vorteil. Allerdings habe ich den noch nicht eingesetzt.

Panoramamodus und Video

Wirklich cool ist der Panorama-Modus. Hierbei kann man zwischen 120 und 180 Grad-Aufnahmen wählen. Dabei ist bei gedrücktem Auslöser lediglich die Kamera zu verschwenken, wie man es vielleicht vom Smartphone kennt.

Ich bin nicht wirklich ein Freund von Videos, aber das, was ich bisher an Videoaufnahmen der Fuji gesehen habe, war mehr als ordentlich.
Fuji X 100s Zeit

Zeit-/Blendenautomatik und -kombinationen

Die X100s verfügt über eine Voll- und Halbautomatik für Zeit und Blende, hat aber keine „Programme“ für Portraits, Sport, o.ä., wie man es von Consumerkameras kennt. Grundsätzlich ist die Zeit zwischen 1/4000 – Bulb (also solange man den Auslöser drückt) und die Blende zwischen 2-16 wählbar. Etwas merkwürdig finde ich allerdings, dass die Zeit-/Blendenkombination nicht frei einstellbar ist. So ist 1/4000 erst ab Blende 8 und 1/2000 erst ab Blende 4 verwendbar. Warum das so ist, weiss ich leider nicht.

Zubehör

Schick ist jedem Fall die Ledertasche. Einen Akku habe ich von einem Fremdhersteller, der auch nur 1/10 des Originals kostet. Bisher habe ich damit absolut keine Probleme. Es gibt auch diverse Konverter, Gegenlichtblenden, usw. Das würde allerdings wieder auf die Größe der Kamera gehen. Echt nervig ist der beiligende Gurt, der so kurz ist, dass man sich gerne damit strangulieren will. Der Gurt der Tasche ist leider nicht länger. Hier suche ich noch nach Alternativen.

Fazit

Wie man vielleicht schon erkannt hat, bin ich von dem kleinen Ding echt begeistert und werde sie nicht mehr hergeben. Sie ist ein idealer Begleiter für unterwegs und genügt auch höheren Ansprüchen. Hoch ist allerdings auch der Preis. Das vielleicht einzige Manko.

Hier noch ein paar Schnappis von der Fahrt. Letzteres ist out-of-cam mit einer S/W-Filmsimulation und lediglich in der Größe skaliert.

weiterlesen…

Nikon AF-S 28mm 1:1.8GNun ist das Nikkor AF-S 28mm 1.8G auch bei amazon vorbestellbar.

Ich habe mir die letzten Tage diverse Einträge zu der Linse durchgelesen und bin schon sehr gespannt auf das neue Objektiv. Von den reinen Daten passt es mir super in den Kram; so liegt es fast in der Mitte der von mir gewünschten Brennweiten 35 und 24mm. Dies ist zwar „nur“ ein 1.8er, statt ein 1.4er, dafür aber auch für weniger als die Hälfte des Preises.

Das 28mm 1:1.8G ist kompatibel zu digitalen Nikon Spiegelreflexkameras mit FX-Format oder DX-Format sowie zu digitalen Spiegelreflexkameras der Einstiegsklasse, die keinen integrierten Autofokusmotor besitzen. Das Objektiv wird wahrscheinlich Ende Mai ausgeliefert. Sobald es hier auf dem Tisch liegt, gibt es mehr.

Update: Das Objektiv ist mittlerweile eingetroffen. Ein Quick-Test folgt demnächst hier.

Seit einigen Tagen habe ich mir die App 645 Pro installiert. Ich muss sagen: die App hat es echt in sich. Vorher – und auch jetzt noch – habe ich für die iPhone-Fotografie Camera+ verwendet.

Mit 645 Pro ist es nun möglich, neben dem normalen JPG-Format auch verlustfreie Aufnahmen im TIFF/dRAW-Format zu machen. Letztere sind auf dem iPhone selbst nicht zu betrachten und müssen per iTunes synchronisiert werden. Die Dateigröße beträgt stattliche 10MB.

pro645-screenshot

Was mir sofort auffiel, ist die intuitive Bedienung. Sämtliche Funktionen sind direkt von der Oberfläche aus erreichbar. Versteckte Untermenues gibt es nicht. Die einzelnen Tasten sind meist mehrfach belegt – kurzes Drücken oder gedrückt halten eines Buttons haben verschiedene Veränderungsmöglichkeiten. Falls man die einzelnen Funktionen mal vergessen hat, kann man schnell im integrierten Handbuch nachschlagen. Die Funktionen sind aber eigentlich alle schnell erlernbar.

Aus fotografischer Sicht ist auch „alles dran“: Spot- und Mehrzonenmessung, Weißabgleich, Selbstauslöser, RealTime-Histogramm und ein Low-Light-Modus ermöglicht Aufnahmezeiten bis zu einer Sekunde. Mit Hilfe des Umschalters für verschiedene „Camera Backs“ lässt sich auch das Aufnahmeformat verändern, welches vom Panoramaformat 6:17 über 6:9 und 6:4,5 bis hin zu 6:7 und dem quadratischen 6:6 reicht. Ebenso kann man zwischen sieben verschiedenen Filmtypen wählen: vier Farb- und drei S/W-Filme:

  • K14: warme Farben und tiefes Schwarz
  • FC5: kräftige Farben, besonders für Naturaufnahmen geeignet
  • E6K: etwas kühlerer Farbcharakter
  • C42: Standardeinstellung, feinkörnige, natürliche Farben
  • T3: klassischer Schwarzweißfilm
  • H5: starke, harte Kontraste in schwarzweiß, mittleres Korn
  • F4: feinkörniger S/W-Film, weiche Kontraste
Mit dem aktivierbaren Live Preview kann man die Auswirkungen der Filmauswahl sofort begutachten.
Als weiteres Goodie gibt es noch mehrere Gridfunktionen, die mir als notorischer „Schiefsteher“ helfen, das Motiv gerade auszurichten.
Nachfolgendes Bild habe ich mit der App gemacht. Das TIFF habe ich mit iTunes synchronisiert und mit Lightroom gewandelt (keinerlei Korrekturen).
Fazit: I like! 645 Pro ist bisher die beste Foto-App, die ich kenne. 645 Pro gibt es derzeit für 2,39 € in Deinem iTunes.

NikonRumors berichtet in wagen Tönen über eine mögliche Nikon D600. Den Gerüchten zufolge soll die Kamera den Einstieg ins Vollformat ebnen. Hier ein paar erste, wenn auch unbestätigte Keyfacts:

  • Der Preis soll unter $ 1500 liegen
  • 24MP
  • Kein interner AF-Motor (ähnlich wie D3200 und 5100). Somit ist der AF nur mit AF-S-Linsen möglich.
  • HD-Video
  • 2 SD-Kartenslots
  • möglicherweise integriertes GPS
  • integrierte Timelapse-Funktion
  • neuer, externer Batteriegriff
  • Soll vor der Photokina im September erscheinen
  • Mit der Kamera sollen mehrere f/4-Objektive erscheinen

Ich persönlich denke, dass der Wahrheitsgehalt so gegen Null geht. Auch wenn die Ausstattung – anders als beim Vergleich D3s und D700 – sich im FX-Bereich(D4, D800) nun deutlicher unterscheiden, glaube ich nicht, dass sich Nikon wieder selbst kanibalisieren wird. Der genannte Preis würde doch sehr mit den DX-Kameras konkurrieren und es gäbe damit keine Abgrenzung mehr. Aber mal schauen, was daraus wird. Dass in diesem Segment noch etwas neues kommt, dürfte ziemlich sicher sein, da die D800 nun mal keine Nachfolgerin der D700 ist. Ich bin gespannt.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema farbtreue Wiedergabe, wie man im vorangegangenen Artikel schon bemerkt hat. Dazu zählt natürlich auch der Weißabgleich. Jede moderne Digitalkamera hat hierzu (Halb-)Automatiken und die Möglichkeit, den Weißabgleich manuell vorzunehmen. Da kommt hinzu, dass man mit einer Nachbearbeitungssoftware, wie Lightroom oder Aperture, uva., den Weißabgleich auch noch nachträglich manuell machen kann. Ziemlich verwirrend. Was ist denn nun die beste Methode? Und was ist überhaupt ein Weißabgleich?

Die Farbtemperatur und ihre Bedeutung in der Fotografie

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich zwangsläufig mit dem Begriff der Farbtemperatur beschäftigen. Die Einheit der Farbtemperatur ist Kelvin (K). Die Farbtemperatur hat aber leider nichts mit den wohlwarmen Temperaturen beim typischen Strandurlaub zu tun. Sie ist eher ein Maß für den Farbeindruck einer Lichtquelle. Wikipedia schreibt dazu:

„Die Farbtemperatur ist definiert als die Temperatur eines schwarzen Körpers, eines planckschen Strahlers, die zu einer bestimmten Lichtfarbe dieser Strahlungsquelle gehört. Im Einzelnen ist es die Temperaturangabe, die bei gleicher Helligkeit und unter festgelegten Beobachtungsbedingungen der zu beschreibenden Farbe am ähnlichsten ist“

Ich möchte gar nicht weiter auf die Theorie eingehen.Für den Fotografen bleibt festzuhalten, dass es unterschiedliche Lichtsituationen zwischen 1000 und 10000 Kelvin gibt. Eine niedrige Farbtemperatur entspricht dabei einem rötlichen Farbeindruck, eine Farbtemperatur zwischen 5000 und 6000 Kelvin entspricht dem normalen Tageslicht. Alles darüber hinaus entsprechen dabei bläulichen Lichtsituationen. Daher ist es auch zu erklären, warum eine Kerze eher „warm“ erscheint, aber einer sehr niedrigen Farbtemperatur entspricht. Für mittleres Sonnenlicht gibt es sogar eine internationale Norm: 5500 Kelvin. Analoge Tageslichtfilme sind z.B. dahingehend sensibilisiert. Spezielle Kunstlichtfilme sind auf ca. 2500-3000 Kelvin ausgelegt.

Hier mal eine Tabelle von Farbtemperaturen von typischen Lichtquellen:

Lichtquelle Farbtemperatur (Kelvin)
Kerze 1500
Glühlampe (40-200 Watt) 2600-3000
Halogenlampe 3000-3200
Leuchtstofflampe 4000
Morgen-/Abendsonne 5000
Vormittags-/Nachmittagssonne 5500
Blitzgerät 5500-5600
Mittagssonne, Bewölkung 5500-5800
Bedeckter Himmel 6500-7500
Nebel 7500-8500
Blauer Himmel im Schatten, kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang, Blaue Stunde 9000-12000
Nördliches Himmelslicht 15000-27000

„Doch grau ist aller Theorie, entscheidend ist auffem Platz Foto.“

Für den Fotografen ist es also wichtig, die Farbtemperatur zu berücksichtigen, damit das Motiv in den korrekten Farben wiedergegeben werden kann und es so dem natürlichen Seheindruck entspricht.

Automatischer Weißabgleich

Jede halbwegs aktuelle Digitalkamera verfügt über eine Möglichkeit, den Weißabgleich automatisch während der Aufnahme vornehmen zu lassen. Meines Wissens wird dabei der hellste Punkt als Weißpunkt gewählt – genau weiß ich das aber nicht. Die Automatiken funktionieren sogar größtenteils sehr gut und sind vorteilhaft bei wechselnden Lichtverhältnissen (z.B. Sonne/bewölkt). Problematischer wird es bei schwächeren Lichtverhältnissen, wie Dämmerung oder schlichtweg dann, wenn ein Motiv wenig bis keine Weiß- oder Grauanteile besitzt.

Hier einmal zwei Beispiele. Beim linken Bild wurde der Weißabgleich mit der Automatik, beim rechten Bild manuell vorgenommen.

Automatischer Weißabgleich Automatik manueller Weißabgleich manueller Weissabgleich

Als ich die Beispielaufnahmen machte, war es bereits später Nachmittag und bewölkt. Die manuelle Messung ergab 5750 K, die Automatik bestimmte 5000 K. Nicht so ein gewaltiger Unterschied, wenn auch im Detail sichtbar. Kleinere Anpassungen lassen sich dann immer noch mit Lightroom u.ä. korrigieren – doch dazu später mehr.

Halbautomatischer Weißabgleich

Neben dem automatischen Weißabgleich bieten die meisten Kameras noch zusätzliche Optionen, wo man die Lichtverhältnisse nach der Aufnahmesituation, also ob es bewölkt ist oder die Sonne scheint, usw., auswählt. Dahinter stecken dann festgelegte Farbtemperaturen, die man noch manuell nachjustieren kann. Bei der Nikon D700 existieren hierfür folgende Auswahlmöglichkeiten (bei anderen Kameras sollte es ähnlich sein):

  • Kunstlicht (3000 K)
  • Leuchtstofflampe (2700-7200 K, hier können noch unterschiedliche Lampentypen ausgewählt werden)
  • Direktes Sonnenlicht (5200 K)
  • Blitzlicht (5400 K)
  • Bewölkter Himmel (6000 K)
  • Schatten (8000 K)

Des Weiteren gibt es noch die Möglichkeit, die Farbtemperatur im Bereich von 2500 – 10000 Kelvin direkt einzustellen.

Insgesamt sind die Optionen dann nützlich, wenn man den Wert der Farbtemperatur konstant halten möchte, aber nicht die Möglichkeit hat, einen manuellen Weißabgleich vorzunehmen.

Anhand nachfolgender Beispielbilder kann man die Auswirkungen der unterschiedlichen Farbtemperaturen sehr gut erkennen. Die manuell gemessene Farbtemperatur lag bei 5750 Kelvin. (Für die jeweils gewählte Option einfach übers Bild hovern oder klicken):

Kunstlicht Kunstlicht Leuchtstofflampe Leuchtstofflampe

Direktes Sonnenlicht Direktes Sonnenlicht Blitzlicht Blitzlicht

Bewölkter Himmel bewölkter Himmel Schatten Schatten

Manueller Weißabgleich

Beim manuellen Weißabgleich wählt man weder die oben aufgeführten Optionen noch verlässt man sich auf die Automatik der Kamera, sondern fotografiert, bei den gleichen Lichtverhältnissen, wie das spätere Motiv, ein weißes Papier oder – noch besser – eine Graukarte. Ich habe hierfür den Colorchecker Passport, es tut aber jede beliebige andere Graukarte oder eben ein Stück Papier. BTW: Bei einigen Fotorucksäcken und -taschen (z.B. die von LowePro) entspricht das Grau des Innenfutters dem Grau einer Karte (18% grau), welches man auch dafür verwenden kann.

Der manuelle Weißabgleich ist immer dann hilfreich, wenn die Lichtsituation schwierig ist, z.B. große Fenster, innen Schatten oder Glühlampenbeleuchtung, draußen strahlenster Sonnenschein. Da kommt es zwangsläufig zu Farbstichen, wenn man sich auf die Automatik verlässt. Mittlerweile ist es bei Lightroom 4 in solchen Mischlichtverhältnissen möglich, den Weißabgleich selektiv vorzunehmen – doch dazu später mehr.

Für den manuellen Weißabgleich stellt man – z.B. an der D700- zuvor die Kamera im WB-Menü auf  „PRE“ und hält danach die WB-Taste so lange gedrückt, bis im Display der Schriftzug „PRE“ blinkt. Jetzt kann das Papier/die Graukarte formatfüllend fotografiert werden. Die Aufnahme selbst wird dabei nicht gespeichert, aber die Farbtemperatur wird in den Messwertspeicher übernommen und der Weißabgleich wird nun konstant auf alle nachfolgenden Aufnahmen angewendet (bis ein anderer Modus gewählt wird oder ein neuer Wert aufgenommen wird). Dies bedeutet natürlich, dass der Weißabgleich bei jeder Änderung der Lichtverhältnisse erneut vorgenommen werden muß. Bei der D700 ist es so, dass es mehrere Speicherplätze für manuell vorgenommene Abgleiche gibt, die man dann einfach wechseln kann, um nicht jedes Mal neu die Graukarte hervorzuholen.

Hier einmal das Graukarten-Target des ColorCheckers und das Motiv nach manuellem Weißabgleich:

Graukarte Graukarte manueller Weißabgleich manueller Weissabgleich

Das trifft es schon ziemlich gut. Sämtliche, hier gezeigten Bilder sind out-of-cam und mit Lightroom exportiert. Das im vorangegangenen Artikel vorgestellte Kameraprofil habe ich auch noch nicht angewendet. Weitere Anpassungen des Weißabgleichs lassen sich -wenn überhaupt notwendig- mit der Bearbeitungssoftware vornehmen.

Softwarebasierter Weißabgleich

Wie schon oben erwähnt, ist es ohne Probleme möglich, den Weißabgleich auch nachträglich in der Bearbeitungssoftware vorzunehmen. Damit dies verlustfrei vorgenommen werden kann, ist es wichtig, auf dem RAW, statt auf einem JPEG o.ä. zu arbeiten. Bei einem komprimierten JPEG sind Teile der Bildinformationen nicht mehr vorhanden, sodass eine Veränderung der Farbtemperatur zu komischen Effekten führen kann.

Kunstlicht Kunstlicht Am Beispiel des Bildes, welches mit der Farbtemperatur „Kunstlicht“ aufgenommenen wurde, möchte ich das mit Lightroom 4 einmal demonstrieren.  Laut Lightroom liegt die Farbtemperatur derzeit bei 2950 Kelvin. Zur Erinnerung: Das Bild mit dem manuellen Weißabgleich liegt bei 5750 K. Um nun den Weißabgleich zu bestimmen, wähle ich die Pipette im Entwickeln-Modus aus und klicke damit in einen grauen bzw. weißen Bereich des Motivs.

Weißabgleich mit Lightroom Weißabgleich mit Lightroom

Das Ergebnis ist schon ziemlich gut. Die Farbtemperatur liegt nun bei 5800 Kelvin.

Lightroom Weißabgleich Lightroom Weißabgleich

Das Bild hat natürlich nun etwas Laborcharakter und man hat eindeutige weiße bzw. graue Flächen zur Verfügung. Bei Euren realen Motiven muss das ja nicht immer so sein, aber ein weißes Kleid, Hemd, Papier etc. sollte sich fast immer finden. Alternativ kann man „on location“ auch noch schnell ein Bild von der Graukarte oder whatever machen, um dann in Lightroom den Weißabgleich nachträglich zu bestimmen und dann für die ganze Serie (bei gleichen Lichtverhältnissen) die Einstellungen synchronisieren.

Mit Hilfe der Regler in Lightroom lassen sich noch kleinere Änderungen am Weißabgleich vornehmen, oder dem Bild eine Tönung hinzufügen.
Neu bei Lightroom 4 ist die Möglichkeit, den Weißabgleich selektiv vorzunehmen, d.h. Teile des Bildes mit einer Farbtemperatur zu versehen, als andere Bereiche oder den ganzen Rest des Bildes. Dies ist insbesondere bei Mischlicht, z.B. bei Tages- und Kunstlicht, sehr hilfreich. Um den selektiven Weißabgleich vorzunehmen, wählt man einfach den Bearbeitungspinsel und wählt „Temp.“ für Temperatur aus. Nun kann man den betroffenen Bereich mit dem Bearbeitungspinsel markieren (Mit „O“ seht ihr, welche Teile Ihr bereits markiert habt). Danach lässt sich nun die Farbtemperatur mit Hilfe der Regler verschieben. Leider ist die Metrik des Reglers nicht in Kelvin, sondern 0-100. Ich nehme mal an, dass dies die Relation zur Farbtemperatur des Restbildes meint.
Noch ein kleiner Tipp am Rande: Weißer Schnee ist meist oft zu hell. Um hier nachträglich den Weißabgleich vorzunehmen, sollte man einen Bereich, der im Schatten liegt anwählen.

Related Images:

Schon länger war ich auf der Suche nach einem Modus, um farbechte Wiedergaben zu realisieren. Ich stand öfters mal vor der Herausforderung, einzelne Produkte zu fotografieren, wo es vorteilhaft ist, das die Farbe dem realen ziemlich genau entspricht. Manuell war das doch eine ziemliche Frimmelei. Angeregt durch einen Artikel von Paddy habe ich mich mit dem Colorchecker Passport von Xrite auseinandergesetzt, auch wenn Paddy nicht wirklich einen Nutzen von Kameraprofilen erkennen konnte. Dazu aber später mehr.

Der Colorchecker enthält drei Tafeln, sogenannte Targets, für Weißabgleich, das Classic Target für die Profilerstellung und das Creative Enhancement Target, angeblich speziell für Studioaufnahmen und weiteren „Optimierungsmöglichkeiten“. Das Erstellen eines Profils für die eigene Kamera ist relativ simpel: Als erstes das Lightroom-Plug-In installieren. Danach das Classic Target abfotografieren. Ich habe zuvor einen manuellen Weißabgleich mit Hilfe des entsprechenden Targets gemacht, was aber nicht unbedingt notwendig ist, da das Plugin das nachträglich automatisch macht. Zudem sollte das Bild sauber belichtet sein. Danach dieses Bild in Lightroom importieren.

Dieses Bild muss man dann mit den X-Rite-Voreinstellungen->ColorCheckerPassport exportieren. Das Plug-In findet die Farbbereiche automatisch und erstellt dabei das Profil, welches nach Neustart von Lightroom sofort zur Verfügung steht.

Gemessen am Bild des Passports ist der Unterschied durchaus erkennbar.

Adobe Standard

Adobe Standard

D700 Daylight

D700 Daylight

Also: Die Aufnahmen wurden mit der D700 bei (bewölktem) Taglicht gemacht. Wie man sieht ist das Blau in der dritten Reihe links (ist das eigentlich Indigo? Naja, Blau halt.) wesentlich kräftiger und entspricht dem Realen schon ziemlich genau. Insgesamt kommen mir die Farben etwas klarer daher. Allerdings, und hier schliesst sich der Kreis (von oben), wo ich Paddy recht geben muss, dass im Portrait, gegenüber dem Adobe Standard, sich nicht wirklich viel tut. Ein „viel zu rot“ konnte ich nicht erkennen. Ich kann mir aber vorstellen, dass das vom Kameratyp abhängig ist und werde mal versuchen, das Gleiche z.B. mit einem Canon-Body durchzuführen. Für die D700 kann ich sagen, dass der Unterschied in den rötlichen Bereichen, der nun mal im Gesicht vorherrscht, nicht sehr groß ist. Wenn es allerdings darum geht, Produkte (z.B. Brillen) real und farbtreu abzubilden, ist ein genaues Profil sicherlich sehr hilfreich. Wer es immer genau haben will, muss dieses Profil natürlich für jede Lichtsituation neu bzw. weitere erstellen.

Related Images:

Ich habe mich dazu entschlossen, nichts zur Kamera zu schreiben. 🙂 Ich möchte Euch aber einen Artikel von Patrick Ludolph empfehlen, den er auf seinem Fotografie-Blog aus Hamburg veröffentlicht hat. Dort findet Ihr auch die Begründung, wie ich zur Nikon D700 kam.

Nikon D700Wie NikonRumors zu berichten weiß, wird die Nikon D800 am 07. Februar vorgestellt.

Unwahrscheinlich ist, dass sich an den durchgesickerten Spezifikationen etwas ändert. Somit wird es sehr wahrscheinlich auch bei den genannten 36MP bleiben. Der zuletzt vermutete Preis war rund $ 3.000, der EURO-Preis sollte nicht sehr weit von dieser Zahl entfernt sein.

Diese Spezifikationen und auch der natürlich gestiegene Preis gegenüber der D700 haben mich dazu bewogen, mir genau jetzt eine Nikon D700 zu kaufen. Sie entspricht absolut meinen Vorstellungen und ist schlichtweg eine saugeile Kamera. Hierbei habe ich zwar gegen meine sonstige Überzeugung verstoßen – die da lautet, dass, sobald ein Nachfolger rauskommt, alle Vorgänger sofort kaputt gehen – zudem habe ich noch bei einem der großen Elektronikmärkte gekauft. Allerdings war die Versuchung bei letzterem zu groß.

Nikon D4Die Gerüchteküche brodelt weiter. Wie NikonRumors berichtet, soll die Nikon D4 um die $6.000 kosten. Bei derzeitiger Umrechnung wären das ca. 4650 €. Vor einigen Monaten wurden zudem 3.000 € für die D800 genannt.

Zum Originalartikel und den vermuteten Secs geht es hier.