Sie befinden sich in der Kategorie: "Fotografie"

Lange habe ich mit mir gerungen – Lohnt sich der Umstieg vom Nikon 85mm 1:1.8D auf den Nachfolger Nikon 85mm 1:1.8G?

Durch einen glücklichen Zufall kam ich nun relativ günstig an das Nachfolgemodell, was mir die Möglichkeit gibt, beide Linsen mal -rein subjektiv- miteinander zu vergleichen. Dabei werde ich allerdings keine Test-Charts abknipsen und irgendwelche hochwissenschaftlichen Tests in der Sahara und am Nordpol durchführen. Das überlasse ich den Experten aus den diversen Foren.

Eine weitere Frage, ob das 1:1.4G einen Preisunterschied von mehr als 1000€ rechtfertigt, hat Paddy bereits in seiner Blogpost beantwortet. Da ich dieses Objektiv nicht besitze, nehme ich sein Statement (wie so oft) als gegeben hin.

Kommen wir zuerst zu den nüchternen Spezifikationen:

Nikon 85mm 1:1.8D

Nikon 85mm 1:1.8D

  • Maximale Blende: f/1.8
  • Minimale Blende: f/16
  • Optischer Aufbau Linsen/Glieder: 6/6
  • Minimalabstand: 85cm
  • Gewicht: 380g
  • Filterdurchmesser: 62mm
Nikon 85mm 1:1.8G

Nikon 85mm 1:1.8G

  • Maximale Blende: f/1.8
  • Minimale Blende: f/16
  • Optischer Aufbau: 9 Linsen in 9 Gruppen
  • Minimalabstand: 80cm
  • Gewicht: 350g
  • Filterdurchmesser: 67mm
  • SWM – Silent Wave Motor

Von den reinen Specs besitzt das G-Modell also mehr Linsen/-gruppen und hat einen größeren Filterdurchmesser. Zudem ist es etwas leichter, was man tatsächlich spürt. Das D-Modell hat zwar mehr Blendenlamellen (9) als das 1:1.8G (7), allerdings wirkt die Blendenöffnung etwas “runder”. Insgesamt ist das G-Modell auch etwas größer: so ca. einen Objektivrückdeckel.

Durch den eigenen AF-Motor, welches das G-Modell besitzt, ist die Linse auch an den Modellen D3200 und D5100 verwendbar. Grundsätzlich ist das auch beim D-Modell der Fall, aber eben ohne Autofokus.

Autofokus ist ein gutes Stichwort: Als erstes fiel mir auf, dass der AF des 1:1,8G relativ langsam ist – vielleicht sogar langsamer als der des 1:1,8D. Ich habe es nicht gemessen, aber diese -wieder rein subjektive- Empfindung kann auch daran liegen, dass der AF-Motor des D-Modells deutlich spür- und hörbarer ist und man so ein direktes “feedback” hat, wenn der Autofokus sitzt.

Für beide Modelle musste ich in meinem Fall die AF-Justierung der D700 bemühen, da die defaults für mich kein zufriedenstellendes Ergebnis ergaben. Zur Einmessung verwende ich meist den Fokus-Detektor von Traumflieger. Es gibt hierfür auch fertige Modelle von Spyder, u.ä., aber mir reicht das Basteldings. (Memo an mich selbst: Vielleicht sollte ich aber auch einfach mal aufhören,  ständig in jede Aufnahme bis zum Anschlag hinein zu zoomen.)

Dem 1:1,8G wird nachgesagt, dass es durch seine asphärischen Linsen die Bildung von Lens Flares verringern bzw. vermeiden soll. Eigentlich mag ich Lens Flare, aber aufgrund des derzeit fehlenden Sonnenscheins kann ich Gegenlichtsituationen in diesem Test ohnehin nicht berücksichtigen. Dazu vielleicht später mal mehr, wenn sich endlich mal wieder der Lorenz zeigt.

Kommen wir aber zu den Bildern. Nachfolgend mal zwei Testaufnahmen, für die die “Test-Schantalle” des Hauses buchstäblich den Kopf hinhalten musste. Die Bilder sind in keinster Weise bearbeitet und erheben keinen künstlerischen Anspruch. Die Belichtungseinstellungen sind jeweils gleich (Blende 2,2, Zeit 1/1250s, ISO 400). Auch wurden keine Profilkorrekturen vorgenommen. Fokussiert wurde aus Kamerasicht auf das rechte Auge.

Nikon 85mm 1:1,8G Portrait

Nikon 85mm 1:1,8G

Nikon 85mm 1:1,8D Portrait

Nikon 85mm 1:1,8D

 

 

 

 

 

 

 

Für meine Begriffe ist das 1:1,8G einen Tick kontrastreicher und etwas “wärmer” in der Wiedergabe.

Für die Schärfefetischisten hier noch mal ein Crop des Fokuspunkts:

Nikon 85mm 1:1,8G Crop

Nikon 85mm 1:1,8G

Nikon 85mm 1:1,8D Crop

Nikon 85mm 1:1,8D

 

 

 

 

 

 

 

Hier zeigt sich für mich der größte Unterschied. Allerdings, wie schon oben erwähnt, habe ich für beide Objektive eine AF-Justierung vorgenommen und ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob dies nicht die Ursache für den Unterschied ist oder ob es wirklich am Objektiv liegt. Das werde ich bei Zeit mal erforschen.

Insgesamt zeigt sich wieder, dass der Vorgänger nicht unbedingt sofort kaputt ist, sobald ein Nachfolgemodell erscheint. Aus anderen Quellen habe ich aber bereits schon gehört, dass die D-Modelle generell an der D800 merkwürdige Resultate hinsichtlich Schärfe liefern. Ob das nun an der Kamera, welche derzeit anscheinend noch generell Probleme hat, oder am Objektiv liegt, kann ich nicht bewerten, da ich den Body nicht besitze. Für die, die schon auf die mögliche D600 schielen, ist das G-Modell sowieso die richtige Wahl, da sie wahrscheinlich wie die D3200 und D5100 keinen eigenen AF-Motor besitzt.

Ich werde das 1.8G auch auf jeden Fall behalten. Weitere Aufnahmen werden demnächst folgen.

Getagged mit
 

Nikon AF-S 28mm 1:1.8GNun ist das Nikkor AF-S 28mm 1.8G auch bei amazon vorbestellbar.

Ich habe mir die letzten Tage diverse Einträge zu der Linse durchgelesen und bin schon sehr gespannt auf das neue Objektiv. Von den reinen Daten passt es mir super in den Kram; so liegt es fast in der Mitte der von mir gewünschten Brennweiten 35 und 24mm. Dies ist zwar “nur” ein 1.8er, statt ein 1.4er, dafür aber auch für weniger als die Hälfte des Preises.

Das 28mm 1:1.8G ist kompatibel zu digitalen Nikon Spiegelreflexkameras mit FX-Format oder DX-Format sowie zu digitalen Spiegelreflexkameras der Einstiegsklasse, die keinen integrierten Autofokusmotor besitzen. Das Objektiv wird wahrscheinlich Ende Mai ausgeliefert. Sobald es hier auf dem Tisch liegt, gibt es mehr.

Getagged mit
 

Seit einigen Tagen habe ich mir die App 645 Pro installiert. Ich muss sagen: die App hat es echt in sich. Vorher – und auch jetzt noch – habe ich für die iPhone-Fotografie Camera+ verwendet.

Mit 645 Pro ist es nun möglich, neben dem normalen JPG-Format auch verlustfreie Aufnahmen im TIFF/dRAW-Format zu machen. Letztere sind auf dem iPhone selbst nicht zu betrachten und müssen per iTunes synchronisiert werden. Die Dateigröße beträgt stattliche 10MB.

pro645-screenshot

Was mir sofort auffiel, ist die intuitive Bedienung. Sämtliche Funktionen sind direkt von der Oberfläche aus erreichbar. Versteckte Untermenues gibt es nicht. Die einzelnen Tasten sind meist mehrfach belegt – kurzes Drücken oder gedrückt halten eines Buttons haben verschiedene Veränderungsmöglichkeiten. Falls man die einzelnen Funktionen mal vergessen hat, kann man schnell im integrierten Handbuch nachschlagen. Die Funktionen sind aber eigentlich alle schnell erlernbar.

Aus fotografischer Sicht ist auch “alles dran”: Spot- und Mehrzonenmessung, Weißabgleich, Selbstauslöser, RealTime-Histogramm und ein Low-Light-Modus ermöglicht Aufnahmezeiten bis zu einer Sekunde. Mit Hilfe des Umschalters für verschiedene “Camera Backs” lässt sich auch das Aufnahmeformat verändern, welches vom Panoramaformat 6:17 über 6:9 und 6:4,5 bis hin zu 6:7 und dem quadratischen 6:6 reicht. Ebenso kann man zwischen sieben verschiedenen Filmtypen wählen: vier Farb- und drei S/W-Filme:

  • K14: warme Farben und tiefes Schwarz
  • FC5: kräftige Farben, besonders für Naturaufnahmen geeignet
  • E6K: etwas kühlerer Farbcharakter
  • C42: Standardeinstellung, feinkörnige, natürliche Farben
  • T3: klassischer Schwarzweißfilm
  • H5: starke, harte Kontraste in schwarzweiß, mittleres Korn
  • F4: feinkörniger S/W-Film, weiche Kontraste
Mit dem aktivierbaren Live Preview kann man die Auswirkungen der Filmauswahl sofort begutachten.
Als weiteres Goodie gibt es noch mehrere Gridfunktionen, die mir als notorischer “Schiefsteher” helfen, das Motiv gerade auszurichten.
Nachfolgendes Bild habe ich mit der App gemacht. Das TIFF habe ich mit iTunes synchronisiert und mit Lightroom gewandelt (keinerlei Korrekturen).
Fazit: I like! 645 Pro ist bisher die beste Foto-App, die ich kenne. 645 Pro gibt es derzeit für 2,39 € in Deinem iTunes.
Getagged mit
 

NikonRumors berichtet in wagen Tönen über eine mögliche Nikon D600. Den Gerüchten zufolge soll die Kamera den Einstieg ins Vollformat ebnen. Hier ein paar erste, wenn auch unbestätigte Keyfacts:

  • Der Preis soll unter $ 1500 liegen
  • 24MP
  • Kein interner AF-Motor (ähnlich wie D3200 und 5100). Somit ist der AF nur mit AF-S-Linsen möglich.
  • HD-Video
  • 2 SD-Kartenslots
  • möglicherweise integriertes GPS
  • integrierte Timelapse-Funktion
  • neuer, externer Batteriegriff
  • Soll vor der Photokina im September erscheinen
  • Mit der Kamera sollen mehrere f/4-Objektive erscheinen

Ich persönlich denke, dass der Wahrheitsgehalt so gegen Null geht. Auch wenn die Ausstattung – anders als beim Vergleich D3s und D700 – sich im FX-Bereich(D4, D800) nun deutlicher unterscheiden, glaube ich nicht, dass sich Nikon wieder selbst kanibalisieren wird. Der genannte Preis würde doch sehr mit den DX-Kameras konkurrieren und es gäbe damit keine Abgrenzung mehr. Aber mal schauen, was daraus wird. Dass in diesem Segment noch etwas neues kommt, dürfte ziemlich sicher sein, da die D800 nun mal keine Nachfolgerin der D700 ist. Ich bin gespannt.

Getagged mit
 

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema farbtreue Wiedergabe, wie man im vorangegangenen Artikel schon bemerkt hat. Dazu zählt natürlich auch der Weißabgleich. Jede moderne Digitalkamera hat hierzu (Halb-)Automatiken und die Möglichkeit, den Weißabgleich manuell vorzunehmen. Da kommt hinzu, dass man mit einer Nachbearbeitungssoftware, wie Lightroom oder Aperture, uva., den Weißabgleich auch noch nachträglich manuell machen kann. Ziemlich verwirrend. Was ist denn nun die beste Methode? Und was ist überhaupt ein Weißabgleich?

Die Farbtemperatur und ihre Bedeutung in der Fotografie

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich zwangsläufig mit dem Begriff der Farbtemperatur beschäftigen. Die Einheit der Farbtemperatur ist Kelvin (K). Die Farbtemperatur hat aber leider nichts mit den wohlwarmen Temperaturen beim typischen Strandurlaub zu tun. Sie ist eher ein Maß für den Farbeindruck einer Lichtquelle. Wikipedia schreibt dazu:

“Die Farbtemperatur ist definiert als die Temperatur eines schwarzen Körpers, eines planckschen Strahlers, die zu einer bestimmten Lichtfarbe dieser Strahlungsquelle gehört. Im Einzelnen ist es die Temperaturangabe, die bei gleicher Helligkeit und unter festgelegten Beobachtungsbedingungen der zu beschreibenden Farbe am ähnlichsten ist”

Ich möchte gar nicht weiter auf die Theorie eingehen.Für den Fotografen bleibt festzuhalten, dass es unterschiedliche Lichtsituationen zwischen 1000 und 10000 Kelvin gibt. Eine niedrige Farbtemperatur entspricht dabei einem rötlichen Farbeindruck, eine Farbtemperatur zwischen 5000 und 6000 Kelvin entspricht dem normalen Tageslicht. Alles darüber hinaus entsprechen dabei bläulichen Lichtsituationen. Daher ist es auch zu erklären, warum eine Kerze eher “warm” erscheint, aber einer sehr niedrigen Farbtemperatur entspricht. Für mittleres Sonnenlicht gibt es sogar eine internationale Norm: 5500 Kelvin. Analoge Tageslichtfilme sind z.B. dahingehend sensibilisiert. Spezielle Kunstlichtfilme sind auf ca. 2500-3000 Kelvin ausgelegt.

Hier mal eine Tabelle von Farbtemperaturen von typischen Lichtquellen:

Lichtquelle Farbtemperatur (Kelvin)
Kerze 1500
Glühlampe (40-200 Watt) 2600-3000
Halogenlampe 3000-3200
Leuchtstofflampe 4000
Morgen-/Abendsonne 5000
Vormittags-/Nachmittagssonne 5500
Blitzgerät 5500-5600
Mittagssonne, Bewölkung 5500-5800
Bedeckter Himmel 6500-7500
Nebel 7500-8500
Blauer Himmel im Schatten, kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang, Blaue Stunde 9000-12000
Nördliches Himmelslicht 15000-27000

“Doch grau ist aller Theorie, entscheidend ist auffem Platz Foto.”

Für den Fotografen ist es also wichtig, die Farbtemperatur zu berücksichtigen, damit das Motiv in den korrekten Farben wiedergegeben werden kann und es so dem natürlichen Seheindruck entspricht.

Automatischer Weißabgleich

Jede halbwegs aktuelle Digitalkamera verfügt über eine Möglichkeit, den Weißabgleich automatisch während der Aufnahme vornehmen zu lassen. Meines Wissens wird dabei der hellste Punkt als Weißpunkt gewählt – genau weiß ich das aber nicht. Die Automatiken funktionieren sogar größtenteils sehr gut und sind vorteilhaft bei wechselnden Lichtverhältnissen (z.B. Sonne/bewölkt). Problematischer wird es bei schwächeren Lichtverhältnissen, wie Dämmerung oder schlichtweg dann, wenn ein Motiv wenig bis keine Weiß- oder Grauanteile besitzt.

Hier einmal zwei Beispiele. Beim linken Bild wurde der Weißabgleich mit der Automatik, beim rechten Bild manuell vorgenommen.

Automatischer Weißabgleich manueller Weißabgleich

Als ich die Beispielaufnahmen machte, war es bereits später Nachmittag und bewölkt. Die manuelle Messung ergab 5750 K, die Automatik bestimmte 5000 K. Nicht so ein gewaltiger Unterschied, wenn auch im Detail sichtbar. Kleinere Anpassungen lassen sich dann immer noch mit Lightroom u.ä. korrigieren – doch dazu später mehr.

Halbautomatischer Weißabgleich

Neben dem automatischen Weißabgleich bieten die meisten Kameras noch zusätzliche Optionen, wo man die Lichtverhältnisse nach der Aufnahmesituation, also ob es bewölkt ist oder die Sonne scheint, usw., auswählt. Dahinter stecken dann festgelegte Farbtemperaturen, die man noch manuell nachjustieren kann. Bei der Nikon D700 existieren hierfür folgende Auswahlmöglichkeiten (bei anderen Kameras sollte es ähnlich sein):

  • Kunstlicht (3000 K)
  • Leuchtstofflampe (2700-7200 K, hier können noch unterschiedliche Lampentypen ausgewählt werden)
  • Direktes Sonnenlicht (5200 K)
  • Blitzlicht (5400 K)
  • Bewölkter Himmel (6000 K)
  • Schatten (8000 K)

Des Weiteren gibt es noch die Möglichkeit, die Farbtemperatur im Bereich von 2500 – 10000 Kelvin direkt einzustellen.

Insgesamt sind die Optionen dann nützlich, wenn man den Wert der Farbtemperatur konstant halten möchte, aber nicht die Möglichkeit hat, einen manuellen Weißabgleich vorzunehmen.

Anhand nachfolgender Beispielbilder kann man die Auswirkungen der unterschiedlichen Farbtemperaturen sehr gut erkennen. Die manuell gemessene Farbtemperatur lag bei 5750 Kelvin. (Für die jeweils gewählte Option einfach übers Bild hovern oder klicken):

Kunstlicht Leuchtstofflampe

Direktes Sonnenlicht Blitzlicht

Bewölkter Himmel Schatten

Manueller Weißabgleich

Beim manuellen Weißabgleich wählt man weder die oben aufgeführten Optionen noch verlässt man sich auf die Automatik der Kamera, sondern fotografiert, bei den gleichen Lichtverhältnissen, wie das spätere Motiv, ein weißes Papier oder – noch besser – eine Graukarte. Ich habe hierfür den Colorchecker Passport, es tut aber jede beliebige andere Graukarte oder eben ein Stück Papier. BTW: Bei einigen Fotorucksäcken und -taschen (z.B. die von LowePro) entspricht das Grau des Innenfutters dem Grau einer Karte (18% grau), welches man auch dafür verwenden kann.

Der manuelle Weißabgleich ist immer dann hilfreich, wenn die Lichtsituation schwierig ist, z.B. große Fenster, innen Schatten oder Glühlampenbeleuchtung, draußen strahlenster Sonnenschein. Da kommt es zwangsläufig zu Farbstichen, wenn man sich auf die Automatik verlässt. Mittlerweile ist es bei Lightroom 4 in solchen Mischlichtverhältnissen möglich, den Weißabgleich selektiv vorzunehmen – doch dazu später mehr.

Für den manuellen Weißabgleich stellt man – z.B. an der D700- zuvor die Kamera im WB-Menü auf  “PRE” und hält danach die WB-Taste so lange gedrückt, bis im Display der Schriftzug “PRE” blinkt. Jetzt kann das Papier/die Graukarte formatfüllend fotografiert werden. Die Aufnahme selbst wird dabei nicht gespeichert, aber die Farbtemperatur wird in den Messwertspeicher übernommen und der Weißabgleich wird nun konstant auf alle nachfolgenden Aufnahmen angewendet (bis ein anderer Modus gewählt wird oder ein neuer Wert aufgenommen wird). Dies bedeutet natürlich, dass der Weißabgleich bei jeder Änderung der Lichtverhältnisse erneut vorgenommen werden muß. Bei der D700 ist es so, dass es mehrere Speicherplätze für manuell vorgenommene Abgleiche gibt, die man dann einfach wechseln kann, um nicht jedes Mal neu die Graukarte hervorzuholen.

Hier einmal das Graukarten-Target des ColorCheckers und das Motiv nach manuellem Weißabgleich:

Graukarte manueller Weißabgleich

Das trifft es schon ziemlich gut. Sämtliche, hier gezeigten Bilder sind out-of-cam und mit Lightroom exportiert. Das im vorangegangenen Artikel vorgestellte Kameraprofil habe ich auch noch nicht angewendet. Weitere Anpassungen des Weißabgleichs lassen sich -wenn überhaupt notwendig- mit der Bearbeitungssoftware vornehmen.

Softwarebasierter Weißabgleich

Wie schon oben erwähnt, ist es ohne Probleme möglich, den Weißabgleich auch nachträglich in der Bearbeitungssoftware vorzunehmen. Damit dies verlustfrei vorgenommen werden kann, ist es wichtig, auf dem RAW, statt auf einem JPEG o.ä. zu arbeiten. Bei einem komprimierten JPEG sind Teile der Bildinformationen nicht mehr vorhanden, sodass eine Veränderung der Farbtemperatur zu komischen Effekten führen kann.

Kunstlicht  Am Beispiel des Bildes, welches mit der Farbtemperatur “Kunstlicht” aufgenommenen wurde, möchte ich das mit Lightroom 4 einmal demonstrieren.  Laut Lightroom liegt die Farbtemperatur derzeit bei 2950 Kelvin. Zur Erinnerung: Das Bild mit dem manuellen Weißabgleich liegt bei 5750 K. Um nun den Weißabgleich zu bestimmen, wähle ich die Pipette im Entwickeln-Modus aus und klicke damit in einen grauen bzw. weißen Bereich des Motivs.

Weißabgleich mit Lightroom

Das Ergebnis ist schon ziemlich gut. Die Farbtemperatur liegt nun bei 5800 Kelvin.

Lightroom Weißabgleich

Das Bild hat natürlich nun etwas Laborcharakter und man hat eindeutige weiße bzw. graue Flächen zur Verfügung. Bei Euren realen Motiven muss das ja nicht immer so sein, aber ein weißes Kleid, Hemd, Papier etc. sollte sich fast immer finden. Alternativ kann man “on location” auch noch schnell ein Bild von der Graukarte oder whatever machen, um dann in Lightroom den Weißabgleich nachträglich zu bestimmen und dann für die ganze Serie (bei gleichen Lichtverhältnissen) die Einstellungen synchronisieren.

Mit Hilfe der Regler in Lightroom lassen sich noch kleinere Änderungen am Weißabgleich vornehmen, oder dem Bild eine Tönung hinzufügen.
Neu bei Lightroom 4 ist die Möglichkeit, den Weißabgleich selektiv vorzunehmen, d.h. Teile des Bildes mit einer Farbtemperatur zu versehen, als andere Bereiche oder den ganzen Rest des Bildes. Dies ist insbesondere bei Mischlicht, z.B. bei Tages- und Kunstlicht, sehr hilfreich. Um den selektiven Weißabgleich vorzunehmen, wählt man einfach den Bearbeitungspinsel und wählt “Temp.” für Temperatur aus. Nun kann man den betroffenen Bereich mit dem Bearbeitungspinsel markieren (Mit “O” seht ihr, welche Teile Ihr bereits markiert habt). Danach lässt sich nun die Farbtemperatur mit Hilfe der Regler verschieben. Leider ist die Metrik des Reglers nicht in Kelvin, sondern 0-100. Ich nehme mal an, dass dies die Relation zur Farbtemperatur des Restbildes meint.
Noch ein kleiner Tipp am Rande: Weißer Schnee ist meist oft zu hell. Um hier nachträglich den Weißabgleich vorzunehmen, sollte man einen Bereich, der im Schatten liegt anwählen.
Getagged mit
 

Schon länger war ich auf der Suche nach einem Modus, um farbechte Wiedergaben zu realisieren. Ich stand öfters mal vor der Herausforderung, einzelne Produkte zu fotografieren, wo es vorteilhaft ist, das die Farbe dem realen ziemlich genau entspricht. Manuell war das doch eine ziemliche Frimmelei. Angeregt durch einen Artikel von Paddy habe ich mich mit dem Colorchecker Passport von Xrite auseinandergesetzt, auch wenn Paddy nicht wirklich einen Nutzen von Kameraprofilen erkennen konnte. Dazu aber später mehr.

Der Colorchecker enthält drei Tafeln, sogenannte Targets, für Weißabgleich, das Classic Target für die Profilerstellung und das Creative Enhancement Target, angeblich speziell für Studioaufnahmen und weiteren “Optimierungsmöglichkeiten”. Das Erstellen eines Profils für die eigene Kamera ist relativ simpel: Als erstes das Lightroom-Plug-In installieren. Danach das Classic Target abfotografieren. Ich habe zuvor einen manuellen Weißabgleich mit Hilfe des entsprechenden Targets gemacht, was aber nicht unbedingt notwendig ist, da das Plugin das nachträglich automatisch macht. Zudem sollte das Bild sauber belichtet sein. Danach dieses Bild in Lightroom importieren.

Dieses Bild muss man dann mit den X-Rite-Voreinstellungen->ColorCheckerPassport exportieren. Das Plug-In findet die Farbbereiche automatisch und erstellt dabei das Profil, welches nach Neustart von Lightroom sofort zur Verfügung steht.

Gemessen am Bild des Passports ist der Unterschied durchaus erkennbar.

Adobe Standard

Adobe Standard

D700 Daylight

D700 Daylight

Also: Die Aufnahmen wurden mit der D700 bei (bewölktem) Taglicht gemacht. Wie man sieht ist das Blau in der dritten Reihe links (ist das eigentlich Indigo? Naja, Blau halt.) wesentlich kräftiger und entspricht dem Realen schon ziemlich genau. Insgesamt kommen mir die Farben etwas klarer daher. Allerdings, und hier schliesst sich der Kreis (von oben), wo ich Paddy recht geben muss, dass im Portrait, gegenüber dem Adobe Standard, sich nicht wirklich viel tut. Ein “viel zu rot” konnte ich nicht erkennen. Ich kann mir aber vorstellen, dass das vom Kameratyp abhängig ist und werde mal versuchen, das Gleiche z.B. mit einem Canon-Body durchzuführen. Für die D700 kann ich sagen, dass der Unterschied in den rötlichen Bereichen, der nun mal im Gesicht vorherrscht, nicht sehr groß ist. Wenn es allerdings darum geht, Produkte (z.B. Brillen) real und farbtreu abzubilden, ist ein genaues Profil sicherlich sehr hilfreich. Wer es immer genau haben will, muss dieses Profil natürlich für jede Lichtsituation neu bzw. weitere erstellen.

Getagged mit
 

Lange Zeit hatte ich Vorbehalte gegenüber Fremdhersteller – eigentlich in jeglicher Hinsicht, egal, ob es Objektive, weiterem Zubehör und eben – Akkus – waren. Durch diverse Artikel wurde ich aber neugierig, ob nicht ein Fremdherstellerakku letztlich die gleiche Leistung bringt, wie das Original von Nikon – in meinem Fall der Nikon EN EL3e. Ich mein, was hat man denn für Anforderungen an einen Akku? :-) Zuverlässig soll er sein, gute Laufleistung, bei Hitze/Kälte, etc. Mittlerweile sollte das aber keine Weltraumtechnologie mehr sein. Letztlich lukrativ erscheint es durch den Preis: Statt der gut 62.- € des Originals kostet das vergleichbare Modell von Weiss 24.- €. Das wären gut 2,5 Akkus gegenüber dem Original.

Meine Wahl fiel auf die Firma Weiss. Die Akkus sind Designed in good old f***ing Germany und kommen im vergleichbaren Fall auch mit den gleichen Leistungsdaten daher: 7,4V, 1500mAh. Die Akkus sind, wie der Name schon sagt, weiß. Fällt im Batteriefach aber nicht weiter auf. :-)

Von der Haptik wirken sie solide. Einziger Makel: Meiner ist 1gr. schwerer. ;-) Statt der 79 gr. des Originals, wiegt dieser 80 gr.

Zu den Langzeitleistungen kann ich noch nichts sagen, bin aber guten Mutes. Im negativen Fall gibt es mehr dazu hier.

Getagged mit
 

Margotte EyewearManchmal meint es das Wetter echt gut mit einem. Just zu einem vorher oft verschobenem Termin kam die Sonne heraus. Ideale Bedingungen, um Brillen, insbesondere Sonnenbrillen ins rechte Licht zu rücken. Also den Sunbouncer raus und los! Im Rahmen eines kleinen Grillfestes, ausgerichtet durch den Inhaber Dirk Margotte für Freunde und Bekannte, ergab sich mir die Gelegenheit unter den Anwesenden einige Modelle (hier: Personen und Brillen ;) ) abzulichten – wohlgemerkt, alles keine Profimodels. Als Location diente mal wieder der Großmarkt in Krefeld – bei mir durch seine Rampen, Rolltore und seinem gewissen, “ranzigem” Charme durchaus beliebt.

Durch die doch nicht ganz unbeträchtliche Zahl an Personen grenzte es teilweise doch einer gewissen Massenabfertigung. Zum Glück hatten sich mein Assi und ich doch recht gut vorbereitet – ganz Berater eben.

Mehr zu den Brillen erfahrt Ihr hier: Margotte Eyewear

Hier ein kleiner Auszug aus der Foto-Serie:

Die morgendlichen Ostersonnenstrahlen wurden genutzt, um mal wieder ein bisschen Locationscouting für die nächsten Foto-Shootings zu machen. Dabei entstand dieser Little Planet. Für Freihand gar nicht so schlecht. ;)

Burg Linn - Panorama

Hierfür verwende ich meist das Sigma 8mm f/3.5 an der Nikon D700. Theoretisch würden mit diesem Objektiv 3 Aufnahmen reichen, um ein 360 Grad-Panorama zu erstellen. Aber durch die Ungenauigkeit der Freihandaufnahmen sind es bei mir eher 4-5, sicher ist sicher. Das spätere stitchen mache ich mit PTGui. Das Tool ist einfach genial und super einfach und durch die Maskierungsmöglichkeiten seit der 9er Version für mich das Werkzeug der Wahl. Natürlich geht das auch mit Photoshop, aber da habe ich mich nicht mit zurecht gefunden. Die kostenfreie Variante wäre Hugin, was bei mir aber ständig abstürzte und sich somit disqualifizierte.

Die nächste Anschaffung in diesem Bereich wird wohl ein Nodalpunktadapter sein, um die Aufnahmen präziser vornehmen zu können. *kasching ;)

Getagged mit
 

Licht